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Wissenschaftlich belegt: Der Wurmkur-Irrtum

Alle drei bis vier Monate prophylaktisch entwurmen – so lautet die gängige Empfehlung. Klingt erstmal logisch, oder? Aber schauen wir uns mal genauer an, was da eigentlich passiert – und ob das wirklich so sinnvoll ist, wie es scheint.

Was sagt die Wissenschaft?

Die ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), eine europäische Fachorganisation für Parasitenbekämpfung bei Heimtieren, bestätigt: Eine Wurmkur hat keine vorbeugende Wirkung. Sie tötet die zum Zeitpunkt der Behandlung im Darm vorhandenen Würmer ab. So weit, so gut. Steckt sich der Hund allerdings bereits am Tag danach neu an, dauert es je nach Parasitenart drei bis fünf Wochen, bis sich wieder vollständig entwickelte Würmer im Darm befinden. Die ESCCAP leitet daraus ab, dass eine Wurmkur im Hinblick auf ausgewachsene Würmer und ansteckende Eier im Kot für etwa drei bis vier Wochen Sicherheit bietet, woraus sie ableitet, dass eine regelmäßige Entwurmung nur dann effektiv schützen kann, wenn sie alle 4 Wochen vorgenommen wird. Entschärfend wird ergänzt, dass das aber bei den meisten Tieren nicht notwendig sei.

Halten wir also fest ...

  • Eine chemische Wurmkur tötet zum Zeitpunkt der Verabreichung Endoparasiten ab

  • Eine chemische Entwurmung hat keine vorbeugende Wirkung

  • Eine Ansteckung kann bereits am Tag nach der Entwurmung erfolgen

Zudem sollten sich Hundehalter über Folgendes im klaren sein: Eine Wurmkur ist ein Medikament, das pharmakologisch wirksame Substanzen (also Chemie) enthält, die vom Körper über Leber und Nieren abgebaut werden müssen. Das ist eine Belastung für den Organismus, die ohne nachgewiesenen Bedarf, einfach unnötig ist.

Was passiert ohne Wurmkur?

Ein gesunder Hund ist kein wehrloses Opfer seiner Umwelt. Bei artgerechter Fütterung, guter Haltung und sauberer Futterqualität ist der Organismus in aller Regel gut in der Lage, gewöhnliche Mengen pathogener Mikroorganismen und Parasiten eigenständig in Schach zu halten. Das Immunsystem, und als wichtiger Teil davon ein intaktes Darmmilieu, sind die erste und wirksamste Verteidigungslinie.

Anders kann es aussehen, wenn die Fütterung nicht zum Hund passt oder dauerhaft zu viele schwerverdauliche Proteine auf dem Speiseplan stehen – etwa durch die regelmäßige Gabe von Kauartikeln. Solche Futterbestandteile können nicht enzymatisch im Dünndarm zerlegt werden. Stattdessen werden sie in den Dickdarm weitergeleitet und dort bakteriell fermentiert. Dies ist grundsätzlich ein normaler physiologischer Vorgang. Aber, wie so oft im Leben, macht die Dosis das Gift. Wird der Dickdarm dauerhaft mit großen Mengen schwerverdaulichem Protein belastet, kann es zu einer Dysbakterie kommen: d.h. unerwünschte Bakterienstämme finden günstige Bedingungen vor und vermehren sich. Damit steigt potentiell die Anfälligkeit für einen Parasitenbefall.

Die "moderne" Alternative: Kotproben

Anstatt blind chemisch zu entwurmen, empfehlen viele Tierärzte heute eine evidenzbasierte Strategie:

  1. Regelmäßige Kotuntersuchungen (z. B. alle 3 Monate oder bei Verdacht)

  2. Gezielte Entwurmung nur bei positivem Befund

Das schont den Organismus des Hundes und vermeidet unnötige Medikamentengaben.

Im Anschluss an eine notwendige Entwurmung solltest du mal einen Blick auf das Futter deines Hundes, euer Fütterungsmanagement und die Snack-Situation werfen, um herauszufinden, ob hier der Grund für eine schlechte Immunabwehr liegen könnte.

Im nächsten Schritt könnte man darüber nachdenken, eine Darmaufbaukur mit Prä- und Probiotika zu machen. Eine positive Beeinflussung des Darmmikrobioms schadet nicht, ist aber auch nicht immer zwingend notwendig, wie es in unserer Branche gerne verkauft wird.

Kurz zusammengefasst:

Lass eine Kotprobe beim Tierarzt machen, bevor du zur Wurmkur greifst. Stimmt das Ergebnis, behandle gezielt. Stimmt es nicht – umso besser. Falls du ergänzend etwas tun möchtest: Diese drei Produkte setzen wir selbst ein und haben damit gute Erfahrungen gemacht: puriCanis Milieu Stärker, PerNaturam Usniotica und Dr. Ziegler Universal Para. Bitte beachte, sie sind keine Tierarzneimittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnose.

(Quelle: https://www.esccap.de/ist-regelmaessiges-entwurmen-noetig-sind-kotuntersuchungen-nicht-die-bessere-alternative/)