Grasfressen beim Hund: Gibt es wirklich Grund zur Sorge?
Es ist ein Bild, das viele Hundebesitzer verunsichert: Der Hund bleibt bei der Gassi-Runde immer wieder stehen und fängt an, mit Hingabe und durchaus ausdauernd Gras zu fressen. Doch bevor du einen Termin in der Klinik buchst, tief durchatmen. In den allermeisten Fällen ist Grasfressen völlig harmlos.
Disclaimer: Wenn dein Hund starke Bauchgeräusche hat, sich hastig die Nase leckt, Unwohlsein zeigt, sich anders verhält als gewohnt, lethargisch wirkt oder sogar erbricht oder Durchfall hat, lass ihn bitte tierärztlich durchchecken. Wenn nichts davon auf deinen Hund zutrifft, lies gerne weiter.
Die gute Nachricht: Junges frisches Grün scheint einfach zu schmecken
Besonders im Frühjahr oder auch in wechselhaften Sommermonaten mit viel Regen, wenn junges Gras frisch aus dem Boden schießt, ist es aufgrund erhöhter Fruktan- und Glukosegehalte süßlich. Wenn dein Hund also entspannt ein paar meist breitere Halme raussucht, genüsslich an ihnen rummümmelt und dann einfach seine Runde fortsetzt, hast du es sicher nicht mit was Pathologischem zu tun.
Was verleitet den Hund abgesehen vom Snack-Element dazu Gras zu fressen?
Die 4 häufigsten Ursachen sind:
1. Ballaststoffe: Gras besteht zum Großteil aus Zellulose. Diese unverdaulichen Fasern regen die Darmtätigkeit an. Manche Hunde nutzen Gras instinktiv, um ihre Verdauung „in Schwung“ zu bringen. Folgende Produkte aus unserem Sortiment können hier hilfreich sein: puriCanis® Obstwiese, puriCanis® Querfeldein, puriCanis® Querbeet
2. Unwohlsein oder Fremdkörper: Wenn das Fressen sehr hektisch erfolgt und der Hund gierig ganze Büschel verschlingt, können Übelkeit oder Sodbrennen dahinter stecken. Die langen Halme kitzeln den Rachen und die Magenschleimhaut, was den Brechreiz auslöst. So versucht der Hund sich unverdaulicher Dinge zu entledigen, die ihm nicht bekommen sind.
3. Stressabbau: Ähnlich wie wir Menschen manchmal an den Fingernägeln kauen, nutzen manche Hunde das Kauen auf Gras als Ventil bei Aufregung oder Langeweile.
4. Spiel & Frechheiten: Junge oder sehr verspielte Hunde rupfen manchmal sogar in vollem Tempo Gras ab und provozieren damit eine Reaktion beim Halter, besonders wenn Grasfressen ansonsten eher unterbunden wird. Man kann dann beim Grasrupfen teilweise einen frechen Blick über die Schulter beobachten, ob Frauchen oder Herrchen es denn auch gesehen hat.
Was kannst du tun, wenn dein Hund zu viel Gras aufnimmt?
Wenn dein Hund es übertreibt und du das Gefühl hast, das Grasfressen nimmt überhand, kannst du folgende Schritte ausprobieren:
- Die Fütterung optimieren: Achte auf ausreichend Ballaststoffe im Napf (z. B. geraspelte Karotten oder Flohsamenschalen), um dem Darm die Arbeit zu erleichtern. Flüssigmoor kann zudem helfen, die Magen-Darm-Schleimhäute zu beruhigen.
- Ruhe reinbringen: Wenn dein Hund aus Stress frisst, helfen Suchspiele oder gezielte Ruhepausen während des Spaziergangs. Ggfls. lohnt es sich hier in die kurzzeitige Begleitung durch einen versierten Trainer zu investieren.
- Das Mümmeln schlichtweg unterbinden: Hier ist dann Abrufsicherheit gefragt oder die Ablenkung durch Training oder Spiel eine mögliche Lösung, das Grasfressen zu unterbinden.
Vorsicht bei gedüngten Flächen: Versuche darauf zu achten, wo dein Hund nascht. Felder an Landstraßen oder frisch gedüngte Wiesen sollten wegen Pestiziden und Abgasen gemieden werden bzw. in diesen Regionen sollte das Grasfressen besser unterbunden werden.

