Der Glaube, grüner Pansen sei aufgrund seines Gehalts an gesunden Bakterien und Enzymen ein unverzichtbares „Superfood“, ist weit verbreitet. Viele Halter schwören auf seine angeblich verdauungsfördernde Wirkung und füttern ihn roh bei Magen-Darm-Problemen.
Das oft angeführte Argument der „gesunden Bakterien und Enzyme“ trifft bei handelsüblicher, meist von Futterresten befreiter Tiefkühlware schlicht nicht zu. Um von diesen Inhaltsstoffen profitieren zu können, müsste der Pansen schlachtfrisch mit vorverdauten Grasrückständen verfüttert werden, was in der Praxis kaum der Fall ist. Ernährungsphysiologisch betrachtet haben Pansen oder Blättermagen keine herausragende Funktion als Nährstofflieferant. Man kann problemlos darauf verzichten, ohne dass es zu Mangelerscheinungen kommt.
In der Futtermittelindustrie wird Pansen (wie auch Lunge) oft eher als günstiges „Füllmaterial“ eingesetzt. Er besteht hauptsächlich aus zähem Bindegewebe, was ihn schwerer verdaulich macht und im Übermaß zu weichem Kot und Blähungen führen kann. Zwar lieben die meisten Hunde den intensiven Geruch und Geschmack, er ist aber kein zwingender Bestandteil einer ausgewogenen Rohfutter-Ration.
WICHTIG: Unter keinen Umständen sollte Pansen - egal, ob roh oder gekocht - bei Magen-Darm-Problemen gefüttert werden! Der hohe Anteil an Bindegewebe ist absolut ungeeignet für einen sensiblen oder angeschlagenen Verdauungstrakt.
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