Beagle sitzt im Gras und kratzt sich mit dem Hinterlauf am rechten Ohr

Die Ausschlussdiät beim Hund: Hier ist Disziplin gefragt!

Die Ausschlussdiät ist ein wissenschaftliches Verfahren und keine spontane Futterumstellung. Ziel ist es, den Körper deines Hundes von sämtlichen bekannten Allergenen zu befreien und so festzustellen, ob sein Futter wirklich die Ursache seiner Beschwerden ist.

Und so läuft eine Ausschlussdiät bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie in der Regel ab:

1. Vorbereitung und Start

Bevor du beginnst, hole dir unbedingt die Expertise eines Fachtierarztes für Diätetik oder den Rat eines erfahrenen Ernährungsberaters ein. Das gewährleistet die notwendige Ausgewogenheit der Ration und schließt andere Krankheiten aus. Wähle dann eine einzige, garantiert unbekannte Protein- und Kohlenhydratquelle. Ein detailliertes Symptom-Tagebuch ist Pflicht, um alle körperlichen Reaktionen des Hundes festzuhalten. Informiere alle Personen, die mit deinem Hund zu tun haben, über die strikte Einhaltung der Vorgaben.

2. Die Eliminationsphase (8–12 Wochen)

In dieser Phase fütterst du ausschließlich die gewählten Komponenten. Das bedeutet: keine Tischreste, keine herkömmlichen Leckerlis und große Vorsicht bei Medikamenten. Selbst Krümel vom Boden oder das Auslecken der leeren Futterschale vom Rudelmitglied können das Ergebnis verfälschen. Diese Phase dauert so lange, bis die Symptome deines Hundes abgeklungen sind. Das Nachlassen der Symptome wird als Beweis gewertet, dass eine der bisherigen Futtermittelkomponenten wahrscheinlich Grund für die Beschwerden war.

3. Die Vervollständigung der täglichen Ration mit essentiellen Nährstoffen

Sind die Symptome deutlich zurückgegangen oder sogar komplett verschwunden, kann die Ration mit nährstoffliefernden Futtermitteln derselben Proteinquelle ergänzt werden. Wenn z.B. Pferdefleisch vertragen wird, stehen die Chancen gut, dass auch Pferdeinnereien und Knochenmehl vom Pferd vertragen werden. Damit liefert die Ration dann schon einen Großteil aller essentiellen Nährstoffe.

4. Die Provokationsphase mit ergänzenden Nährstoffen

Im nächsten Schritt werden die noch fehlenden Nährstoffe ergänzt. Hier ist es ratsam, zunächst auf die synthetische Form zurückzugreifen, z.B. Kaliumjodid, statt Seealgenmehl oder Vitamin D-Tropfen, statt Dorschlebertran. Diese sollten nacheinander eingeführt werden, damit eine mögliche allergische Reaktion ganz deutlich dem jeweiligen Supplement zugeordnet werden kann. Kommt es zur Reaktion, muss das verursachende Präparat sofort abgesetzt werden und der Körper muss erst wieder zur Ruhe kommen, bevor ein neuer Versuch mit einer anderen Nährstoffquelle gestartet werden kann. Kommt es im besten Fall nicht zu einer Reaktion des Immunsystems, kann erstmal einige Woche so weitergefüttert werden. Ziel bei dieser Herangehensweise ist in erster Linie eine Schubvermeidung bei vollständiger Bedarfsdeckung.

WICHTIG: Je nach Dauer und Intensität der Symptome vor der Ausschlussdiät solltest du eine Provokation mit neuen Proteinquellen erstmal vermeiden. Der Organismus sollte genügend Zeit haben, sich von dem vergangenen Allergie-Geschehen und den damit verbundenen Entzündungsprozessen zu erholen. Ungeduld ist hier ein schlechter Berater! Schubfreiheit für einen möglichst langen Zeitraum (min. 8-12 Wochen) sollte das oberste Ziel sein, bevor die nächsten Schritte eingeleitet werden. Erst im Anschluss an diese Erholungsphase sollten neue Futterkomponenten einzeln auf ihre Verträglichkeit getestet und das Ergebnis in einer "Geht/Geht-Nicht"-Liste festgehalten werden. Hier sollte nicht die Vielfalt der Nahrungsmittel, sondern eine weiterhin vorsichtige Herangehensweise im Vordergrund stehen. Mit 2-3 Proteinquellen und Gemüsesorten, falls das Immunsystem so viele ohne Reaktion zulässt, ist der Hund bereits bestens versorgt.

5. Die Langzeitfütterung

Alle identifizierten Allergene müssen lebenslang vermieden werden. Die neue Dauer-Ration muss so gestaltet sein, dass sie für deinen Hund ausgewogen und bedarfsdeckend ist. 

Fazit: Die Ausschlussdiät kann den Weg zu einem symptomfreien Leben deines Allergikers ebnen. Wer die Diät ohne Fachwissen beginnt, riskiert Mangelernährung und verfälschte Ergebnisse. Im schlimmsten Fall erschwert der Selbstversuch sogar die spätere Lösungsfindung. Möchtest du diesen Weg erfolgreich und sicher gehen, ist professionelle Anleitung essenziell.