Kot mit Schleimauflagerungen: Das steckt dahinter

Kot mit Schleimauflagerungen: Das steckt dahinter

Der Schleim im oder auf dem Hundekot wird von der Dickdarm-Schleimhaut produziert, um den Darm zu schützen und den Transport des Kots zu erleichtern. Ist die Schleimmenge erhöht, ist dies meist ein Zeichen für eine Reizung oder Entzündung im Dickdarm. 

Folgende Gründe können dafür verantwortlich sein:

1. Mechanische Reizung

Der Schleim dient als Schutzschicht für die Darmschleimhaut, wenn der Darminhalt zu hart ist oder unverdauliche Fremdkörper wie Grashalme oder Splitter den Darm passieren. Auch zu häufiger oder starker Stuhlgang (z. B. bei Durchfall) kann mechanische Reizungen auslösen. Lösungsansatz: Grasfressen und Holznagen unterbinden und auf Torga-Wurzeln oder Kauspielzeuge umsteigen, die mit hochverdaulichen Snacks gefüllt werden können.

2. Schlechte Verdaulichkeit des Futters

Dein Hund bekommt ein Futter oder eine Fütterungsform, die er nicht verträgt. Vielleicht ist der Anteil an schwerverdaulichen oder nicht artgerechten Komponenten zu hoch. Diese können dann nicht enzymatisch im Dünndarm aufgeschlossen, sondern müssen im Dickdarm von Bakterien fermentiert werden. Die übermäßige Menge an unverdauten Nahrungsresten kann dann im Dickdarm eine verstärkte Schleimproduktion auslösen, um die Darmpassage zu erleichtern. Lösungsansatz: Stelle auf eine saubere Futterquelle um oder wechsle von Trocken- auf ein hochwertiges Nassfutter.

3. Dysbakterie (Störung der Darmflora)

Das Darm-Mikrobiom (Darmflora) spielt eine zentrale Rolle für die Darmgesundheit. Bei einer Verschiebung des Gleichgewichts zwischen den "guten" und den potenziell schädlichen Bakterien kann es zu einer Reizung der Schleimhaut und Entzündungsreaktionen kommen, die zu vermehrter Schleimproduktion führen können. Lösungsansatz: Schonkost mit Naturmoor für 2-3 Tage. Falls die Symptome nicht abklingen, lass am besten durch ein Kotscreen bestimmen, ob ein Parasitenbefall oder eine Dysbiose vorliegt. Eine Darmsanierung kann die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen.

4. Stress

Wissenschaftliche Studien belegen den engen Zusammenhang zwischen dem Gehirn und dem Verdauungssystem, auch bekannt als Darm-Hirn-Achse. Starker psychischer Stress (z. B. verursacht durch Nervosität, Hyperaktivität, starker Sexualtrieb, einer schwachen Reiztoleranz, Trauma, Verlustängste, Tierarztbesuche, Übererregung in der Hundeschule oder bei Hundebegegnungen, Scheidung oder Umzug der Halter etc.) kann die Darmbesiedelung, -motilität und -durchblutung beeinflussen und in manchen Hunden zu einer akuten Reizung des Dickdarms und damit zu Schleimauflagerungen führen. Lösungsansatz: Hier sollte man versuchen, den oder die Stressoren zu eliminieren oder die Reize wenigstens zu minimieren. Bei hormonell bedingten Problemen bringen Heilkräutermischungen oft unglaubliche Erfolge.

ACHTUNG: Besonders aufmerksame, hochintelligente, strebsame Hunde können ebenfalls betroffen sein, da der Kopf, selbst in körperlichen Ruhephasen, immer auf Hochtouren zu arbeiten scheint.

5. Allergie oder Unverträglichkeit

Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten können eine Ursache für chronische Darmentzündungen sein. In so einem Fall reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Eiweiße im Futter. Die chronische Entzündungsreaktion schädigt die Darmschleimhaut, was sich durch anhaltenden Schleim, oft kombiniert mit weicherem Kot oder Durchfall, bemerkbar macht. Lösungsansatz: Potentielle Allergene meiden bzw. falls noch keine bekannt sind, eine Ausschlussdiät durchführen. Infos dazu findest du in diesem Artikel.

Wir empfehlen immer erstmal das klassisches Ausschlussverfahren:

  • Ist das Allgemeinbefinden und Fressverhalten gewohnt gut? (Falls nicht, bitte direkt einen Termin beim Tierarzt machen.)
  • Wie lange besteht das Problem und wie häufig tritt es auf?
  • Könnten es Parasiten sein?
  • Wie wahrscheinlich ist eine allergische Reaktion?
  • Hat der Hund auf Holz o.Ä. rumgenagt?
  • Ist er gestresst, z.B. hormonell bedingt, durch eine Hundebegegnung am Nachmittag oder den Besuch im überfüllten Biergarten am Vorabend?
  • Könnte es der Wechsel auf das neue Futter sein?
  • Hat sich irgendwas im Alltag verändert (gestresste Halter, neues Rudel- oder Familienmitglied, neue Nachbarn mit Hund o.Ä.)? 
  • usw.

Unsere Erfahrung: Beim Großteil aller Fälle, die uns vorgestellt werden, ist Stress nachweislich die Ursache für die Schleimhülle auf dem Hundekot. Es lohnt sich also, in diese Richtung zu forschen, sofern der Hund ansonsten putzmunter ist und du dich zunächst gegen einen Tierarztbesuch entschieden hast.